Budgetmethoden

Zero-Based Budgeting

Jeder Euro kriegt einen Job

Zero-Based Budgeting bedeutet im Grunde etwas ganz Einfaches. Jeder Euro bekommt einen festen Job.

Die meisten Menschen machen es genau andersherum. Sie bezahlen ihre Rechnungen, kaufen ein, gönnen sich hier etwas und dort etwas und schauen dann am Monatsende, was übrig geblieben ist. 

Meistens lautet die Antwort - weniger als gedacht.

Genau da setzt Zero-Based Budgeting an.

Du wartest nicht bis zum Monatsende. Du entscheidest am Monatsanfang. Jeder Euro, der auf deinem Konto landet, bekommt sofort eine Aufgabe. Miete. Lebensmittel. Versicherungen. Rücklagen. Sparen. Freizeit. Völlig egal wofür. Wichtig ist nur, dass du bewusst festlegst, wohin das Geld gehen soll.

Das Ziel ist nicht, dass dein Konto leer ist. Das Ziel ist, dass du jederzeit weißt, warum dein Geld dort liegt, wo es liegt.

Du beginnst jeden Monat bei Null. Nicht mit einem leeren Konto, sondern mit einem leeren Plan.

Zuerst kommen die festen Kosten. Danach alles andere. Und ja, Sparen gehört genauso dazu wie die Stromrechnung. Wer immer nur spart, was am Ende übrig bleibt, spart meistens gar nicht.

Das Schöne an dieser Methode ist gleichzeitig das Unangenehme.

Sie macht Ausreden sichtbar.

Plötzlich siehst du schwarz auf weiß, wohin dein Geld tatsächlich verschwindet. Die kleinen Beträge, die angeblich keine Rolle spielen. Der schnelle Einkauf. Das spontane Angebot. Die Bestellung, die eigentlich gar nicht nötig war.

Auf einmal merkst du, dass nicht die großen Anschaffungen das Problem sind. Sondern die vielen Kleinigkeiten, die jeden Monat unbemerkt am Konto nagen.

Und genau deshalb funktioniert die Methode.

Sie zwingt dich nicht zum Sparen.

Sie zwingt dich zum Hinsehen.

Wenn am Monatsende noch 150 Euro auf dem Girokonto liegen und du keine Ahnung hast, wofür sie gedacht sind, dann fehlt ihnen eine Aufgabe. Und Geld ohne Aufgabe findet meistens selbst eine. Oft leider nicht die, die dir langfristig etwas bringt.

Pack es aufs Tagesgeld. Investiere es. Leg es für den nächsten Urlaub zurück. Oder geh bewusst davon schön essen.

Aber entscheide es.

Lass das Geld nicht entscheiden.

Die 50/30/20-Regel 

Sinnvoll, aber nicht für jeden realistisch

Die 50/30/20-Regel klingt auf den ersten Blick ziemlich einfach. 50 Prozent für das, was du brauchst. 30 Prozent für das, was du möchtest. 20 Prozent für die Zukunft.

Klingt gut.

Hat nur einen Haken.

Die Realität fragt nicht nach Finanzregeln.

Wer heute allein lebt oder sogar Kinder versorgt, merkt schnell, dass die Rechnung oft nicht aufgeht. Miete, Strom, Versicherungen, Lebensmittel und die ganzen kleinen Kosten des Alltags sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Das Geld dagegen häufig nicht im gleichen Tempo.

Nehmen wir einmal ein Einkommen von 2.200 Euro. Wenn davon bereits über 1.500 Euro für Fixkosten und Lebensmittel draufgehen, bleiben nur noch wenige hundert Euro übrig. Dann kann niemand einfach sagen: "Leg noch 20 Prozent zur Seite."

Von welchem Geld denn?

Genau deshalb sollte die 50/30/20-Regel nicht als Vorschrift verstanden werden. Sie ist eine Orientierung. Mehr nicht.

Wichtiger als die genaue Prozentzahl ist die Frage, ob du überhaupt weißt, wohin dein Geld jeden Monat fließt. Vielleicht schaffst du keine 20 Prozent. Vielleicht sind es nur 10 Prozent. Vielleicht manchmal sogar gar nichts.

Das macht dich nicht undiszipliniert.

Das macht dich realistisch.

Denn Sparen funktioniert nicht dadurch, dass man irgendwelche Zahlen aus dem Internet übernimmt. Sparen funktioniert dann, wenn die eigene Planung zum eigenen Leben passt.

Und manchmal ist es bereits ein Erfolg, am Monatsende überhaupt noch etwas übrig zu haben.

Kakeibo  

Geld bewusst ausgeben statt sich selbst zu belügen

Kakeibo ist keine App, keine Excel-Tabelle und auch kein kompliziertes Finanzsystem. Eigentlich ist es nur eine einzige Gewohnheit. Du schreibst auf, was du verdienst. Du schreibst auf, was du ausgibst. Und vor allem schreibst du auf, warum. Genau das macht den Unterschied.

Die meisten Menschen wissen ungefähr, was sie verdienen. Bei den Ausgaben wird es schon schwieriger. Da verschwinden hier zehn Euro, dort zwanzig Euro und am Monatsende fragt man sich, warum schon wieder nichts übrig geblieben ist.

Kakeibo zwingt dich dazu, genauer hinzusehen. Jeder Einkauf wird einer Kategorie zugeordnet. Das, was du wirklich brauchst. Das, was das Leben angenehmer macht. Das, was spontan passiert. Und das, was eigentlich vermeidbar gewesen wäre.

Plötzlich wird sichtbar, wo das Geld tatsächlich landet. Nicht dort, wo du glaubst. Sondern dort, wo es wirklich hingeht. Und genau das ist manchmal unangenehm.

Denn oft sind es nicht die große Stromrechnung oder die Miete, die das Budget sprengen. Es sind die vielen kleinen Entscheidungen dazwischen. Der Kaffee hier. Der schnelle Einkauf dort. Das Angebot, das man eigentlich gar nicht gebraucht hätte.

Kakeibo will dir nichts verbieten. Du darfst dein Geld weiterhin ausgeben, wie du möchtest. Der Unterschied ist nur, dass du es bewusst tust. Denn solange du nicht weißt, wohin dein Geld verschwindet, kannst du auch nicht entscheiden, wohin es stattdessen gehen soll.

Manchmal reicht genau diese Erkenntnis bereits aus, damit sich etwas verändert.

Pay Yourself First

Bezahle zuerst dich selbst

Die meisten Menschen bezahlen zuerst alle anderen. Die Miete, den Strom, die Versicherungen und den Einkauf. Und wenn am Monatsende noch etwas übrig bleibt, wird gespart. Das Problem dabei ist nur: Meistens bleibt nichts übrig. Nicht weil man verschwenderisch lebt, sondern weil Geld die unangenehme Eigenschaft hat, immer einen Weg zu finden, ausgegeben zu werden.

Genau hier setzt Pay Yourself First an. Die Idee ist denkbar einfach. Sobald dein Gehalt auf dem Konto landet, bezahlst du zuerst dich selbst. Nicht irgendwann und nicht erst dann, wenn alle Rechnungen erledigt sind, sondern sofort. Du legst einen festen Betrag zur Seite. Auf das Tagesgeldkonto, in einen ETF, in deinen Notgroschen oder für ein Ziel, das dir wichtig ist. Erst danach wird der Rest des Geldes für alles andere verwendet.

Das mag im ersten Moment merkwürdig klingen. Schließlich wollen Miete und Strom auch bezahlt werden. Aber genau deshalb funktioniert die Methode. Du behandelst das Sparen nicht mehr wie einen Restposten. Du behandelst es wie eine feste Rechnung. Der Unterschied ist nur, dass du diese Rechnung an dich selbst zahlst.

Natürlich muss der Betrag realistisch sein. Wer 2.200 Euro zur Verfügung hat und am Monatsende ohnehin kaum etwas übrig behält, wird nicht plötzlich 500 Euro sparen können. Dann sind es vielleicht 25 Euro, vielleicht 50 Euro oder vielleicht auch nur 10 Euro. Das spielt am Anfang keine Rolle. Wichtiger ist die Gewohnheit.

Denn aus einem Betrag, den man jeden Monat zurücklegt, wird mit der Zeit ein Polster. Aus einem Polster wird Sicherheit. Und aus Sicherheit entsteht oft etwas, das deutlich wertvoller ist als das Geld selbst: das Gefühl, nicht bei jeder unerwarteten Rechnung sofort ins Schwimmen zu geraten.

Reverse Budgeting

Erst sparen, dann den Rest verplanen

Reverse Budgeting dreht die klassische Budgetplanung einfach um.

Die meisten Menschen bezahlen ihre Rechnungen, gehen einkaufen, geben Geld für den Alltag aus und hoffen, dass am Monatsende noch etwas zum Sparen übrig bleibt. Das Problem dabei ist nur: Oft bleibt nichts übrig.

Genau hier setzt Reverse Budgeting an.

Du überlegst dir zuerst, wie viel Geld du jeden Monat für deine Zukunft zurücklegen möchtest. Dieser Betrag wird direkt nach dem Gehaltseingang zur Seite gelegt. Auf das Tagesgeldkonto, in einen ETF, in den Notgroschen oder für ein anderes Ziel, das dir wichtig ist.

Erst danach planst du mit dem Geld, das übrig bleibt.

Der große Vorteil dieser Methode liegt in ihrer Einfachheit. Du musst nicht jede Ausgabe bis ins kleinste Detail erfassen und nicht jedem Euro eine feste Aufgabe geben. Solange deine Rechnungen bezahlt werden und dein Sparziel erreicht ist, musst du nicht ständig kontrollieren, ob der Kaffee unterwegs oder der spontane Einkauf ins Budget passt.

Natürlich funktioniert das nur, wenn der Sparbetrag realistisch gewählt wird. Wer ohnehin jeden Monat knapp kalkulieren muss, wird nicht einfach mehrere Hundert Euro beiseitelegen können. Dann sind es vielleicht 20 Euro, 50 Euro oder ein anderer Betrag, der zum eigenen Leben passt.

Genau deshalb geht es beim Reverse Budgeting nicht darum, möglichst viel zu sparen. Es geht darum, Sparen zur Priorität zu machen, statt darauf zu hoffen, dass am Monatsende zufällig noch etwas übrig bleibt.

Denn Geld, das sofort für die Zukunft reserviert wird, kann später nicht versehentlich ausgegeben werden. Und genau das macht diese Methode für viele Menschen so wirkungsvoll. Nicht weil sie kompliziert ist, sondern weil sie eine einfache Frage beantwortet:

Was ist dir wichtiger – das, was du heute spontan kaufst, oder das, was du dir langfristig aufbauen möchtest?

Die Umschlag-Methode  

Geld sichtbar machen

Die Umschlag-Methode gehört zu den einfachsten Arten, den Überblick über das eigene Geld zu behalten. Die Idee dahinter ist schnell erklärt: Du teilst dein verfügbares Geld auf verschiedene Umschläge auf. Einer für Lebensmittel, einer für Freizeit, einer für Tanken oder was auch immer in deinem Alltag regelmäßig Geld kostet.

Jeder Umschlag bekommt einen festen Betrag. Und genau dieser Betrag steht dir für diesen Bereich zur Verfügung. Nicht mehr und nicht weniger.

Das klingt zunächst fast zu einfach.

Genau darin liegt aber die Stärke der Methode.

Du musst nichts schätzen. Du musst nichts im Kopf überschlagen. Du musst nicht hoffen, dass auf dem Konto schon noch genug übrig sein wird. Du siehst sofort, wie viel Geld für einen Bereich noch vorhanden ist.

Kaufst du etwas, nimmst du das Geld aus dem entsprechenden Umschlag. Mit jedem Einkauf wird sichtbar, was noch übrig ist. Und irgendwann merkst du, dass die kleinen Ausgaben plötzlich nicht mehr unsichtbar sind.

Hier ein Kaffee.

Dort ein kleiner Einkauf.

Noch schnell etwas im Angebot.

Auf dem Konto fällt das oft kaum auf.

Im Umschlag schon.

Natürlich musst du dafür heute nicht mehr mit echten Briefumschlägen durch die Gegend laufen. Viele nutzen dafür Unterkonten oder Spartöpfe bei der Bank. Das Prinzip bleibt aber genau dasselbe.

Du gibst nicht einfach Geld aus und schaust später, was übrig geblieben ist.

Du entscheidest vorher, wie viel für einen Bereich zur Verfügung steht.

Und genau deshalb funktioniert die Methode für viele so gut.

Sie macht Geld sichtbar.

Und was sichtbar wird, lässt sich deutlich schwerer verdrängen.

Die 80/20-Regel 

Erst an morgen denken, dann an heute

20 Prozent deines Einkommens werden gespart oder investiert. Die restlichen 80 Prozent stehen für deinen Alltag zur Verfügung.

Die 80/20-Regel gehört zu den einfachsten Methoden der Budgetplanung. Die Idee dahinter ist schnell erklärt: Sobald dein Einkommen auf dem Konto landet, legst du 20 Prozent für die Zukunft zur Seite. Die restlichen 80 Prozent nutzt du für Miete, Lebensmittel, Versicherungen, Freizeit und alles andere, was im Alltag anfällt.

Der große Unterschied zu vielen anderen Budgetmethoden besteht darin, dass du nicht jede Ausgabe kategorisieren musst. Du musst keine Tabellen führen und nicht jedem Euro einen festen Job geben. Du sorgst lediglich dafür, dass ein Teil deines Geldes direkt verschwindet, bevor du ihn ausgeben kannst.

Genau deshalb funktioniert die Methode für viele Menschen so gut. Sparen wird nicht mehr zu dem, was am Monatsende übrig bleibt. Sparen passiert zuerst.

Allerdings hat die Methode auch ihre Grenzen. Wer heute allein lebt oder sogar Kinder versorgt, merkt schnell, dass die Rechnung nicht immer aufgeht. Die Lebenshaltungskosten sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Wenn bereits der Großteil des Einkommens für Wohnen, Lebensmittel und laufende Kosten benötigt wird, können 20 Prozent schnell unrealistisch werden.

Deshalb sollte die Regel nicht als Vorschrift verstanden werden. Sie ist eine Orientierung. Wenn 20 Prozent nicht möglich sind, dann sind es vielleicht 10 Prozent oder zunächst nur ein kleiner Betrag. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern die Gewohnheit dahinter.

Vorteile

  • Sehr einfach umzusetzen
  • Kein kompliziertes Budget nötig
  • Sparen wird zur festen Gewohnheit
  • Wenig Zeitaufwand

Nachteile

  • 20 Prozent sind nicht für jeden realistisch
  • Fixkosten werden nicht berücksichtigt
  • Bei knappem Budget oft schwer umsetzbar

Für wen geeignet

Die Methode eignet sich besonders für dich, wenn du sparen möchtest, ohne jede Ausgabe zu dokumentieren. Sie kann auch dann sinnvoll sein, wenn dir andere Budgetsysteme zu kompliziert sind und du eine einfache Lösung suchst. Wenn deine Fixkosten allerdings bereits den größten Teil deines Einkommens verschlingen, solltest du die Prozentzahl an deine persönliche Situation anpassen

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